Donnerstag, 18. Februar 2010

Von Perth nach Sydney und zurueck!

Moin moin liebe Freunde des Reiseberichts!
Nachdem wir das “Valley of the Giants” verlassen hatten und nun in Albany waren, rechneten wir kurz zusammen, ob es ueberhaupt noch moeglich war, Adelaide puenktlich zuerreichen. Laut Google sind das etwa 2621km, wofuer bei durchschnittlich 80km/h knappe 33 Stunden braeuchten. Da das viel zu lang war und wir keine Lust hatten, stumpf durch die Landschaft zu brettern, haben wir uns kurzer Hand ueberlegt einen Flug von Albany nach Adelaide zu buchen, um Stress zu vermeiden, aber trotzdem rechtzeitig in Adelaide zu sein. Somit gingen wir in Albany in ein Reisebuero und dann ging es los.
Auf unsere Bitte, einen Flieger fuer uns von Albany nach Adelaide zu buchen, erhielten wir die Antwort, dass das direkt nicht moeglich sei. Alle Flugzeuge von Albany oder Esperance (noch ein Stueck weiter oestlich) fliegen nur nach Perth zurueck und dann von dort nach Adelaide. Na toll! Also entweder weiter nach Esperance und dort Silvester feiern oder zurueck nach Perth fliegen, von dort ueber Adelaide nach Sydney und nach Silvester wieder ueber Perth nach Albany fliegen, um unser Auto abzuholen. Da wir aber allein fuer den Flug von Albany nach Perth und hinterher andersrum schon pro Person gute 500$ hinblaettern muessten, haben wir uns fuer eine dritte Moeglichkeit entschieden. Hier der Plan: Wir buchen uns fuer den kommenden Tag einen Flug von Perth nach Adelaide, von wo aus wir am 31.12 ganz frueh nach Sydney fliegen. Eigentlich perfekt, aber wir mussten ja noch wieder zurueck nach Perth und vorher in Albany zwei neue Reifen aufziehen und einen Oelwechsel machen lassen.
Gesagt, getan. Am 29.12. Haben wir gegen 16 uhr die Fluege Perth-Sydney und Sydney-Perth gebucht, danach in Albany nach einem Reifenhaendler gesucht, der uns moeglichst sofort neue Reifen verpasst und versucht eine Werkstatt zu finden, die uns auch noch schnell fuer einen Oelwechsel dran nimmt. Werkstaetten haben wir gefunden, aber Zeit hatten die an dem Tag alle nicht mehr. Ab 17 uhr ist da alles zu und die Arbeiter sitzen im Pub. Also sind wir am 30.12. um 7 zum Reifenheini, der uns schnell und kompetent geholfen hat. Danach gings voll im Zeitplan weiter zur Oelwerstatt, wo zwar sehr schnell das alte Oel abgelassen wurde, aber das Neue auf sich hat warten lassen. Als es dann endlich eingetroffen war, lagen wir mit 45 Minuten hinter unserem Zeitplan. Um 9.45 uhr haben wir dann schliesslich die 400km nach Perth in Angriff genommen, wofuer wir etwa 5h eingeplant hatten. Geschaetzte Ankunftszeit in Perth war demnach 14.45 uhr. Unser Flieger von Perth ging um 16.45 uhr! Aber da ja auf unser Auto Verlass ist, waren wir auch wirklich gegen zehn vor drei in Perth. Jetzt nur noch unser Auto auf einem, dem Flugplatz am naechstgelegensten Caravan-Platz unterbringen (was sehr hektisch ablief) und schon waren wir im Laufschritt auf dem Weg zum Terminal. Zwischendurch musste ich daran denken, wie die Familie bei “Kevin allein zu Haus” zu ihrem Flugzeug gerannt ist. Das kam dem sehr nahe!
Aber da wir ja nun alles geschaft hatten, konnte der Silvesterurlaub beginnen. Da wir abends in Adelaide ankamen und unser Flug nach Sydney erst am naechsten Morgen um 6 uhr ging, dachten wir, ganz einfach im Terminal auf irgendeiner Couch schlafen zu koennen. Fuer alle Reisenden sei hier gesagt, dass der Flughafen in Adelaide aber leider nachts zu ist. Also haben wir direkt davor bei der Tanke eine Pizza bestellt und dann auf den sehr bequemen (ironisch!!!!) Holzbaenken des Flughafen-Café geschlafen.
Aber als wir dann gegen 8 uhr morgens am 31.12.2009 endlich in Sydney landeten, war all die Aufregung vergessen. Wir waren endlich da! Sind dann schnurstracks in unser Hotel geduest und haben unser Zimmer in Beschlag genommen. Dieses war etwas dunkel, weil es direkt unterhalb der Highway-Bruecke lag, die genau 3m am Hotel vorbei gebaut war. Nach kurzer Disskusion mit dem Portier, haben wir dann aber ein anderes Zimmer im 3. Stock bekommen und die Sache war geritzt.
Und als wir dann endlich gegen 15 uhr, ausgestattet mit Proviant und Getraenken, den Hafenbereich neben dem Opernhaus betraten, war auch schon ordentlich was los. Die Wartezeit bis zum grossen Feuerwerk verkuerzten wir uns mit Trinken, Sonnen und Leute beobachten, was bei geschaetzten 1,5 Millionen Menschen kein Problem ist. Irgendwann war dann auch noch Kinderfeuerwerk, so eine Art Neujahrsempfang um 21 uhr, damit die schreienden Quaengelgoeren dann endlich nach Hause geschickt werden und Mutti und Vatti es um Mitternacht dann ordentlich krachen lassen konnten. Dabei landete die kleine Sydney (was fuer ein treffender Name) auf meinen Schultern, damit sie in der Menschenmenge auch was sehen konnte. Die Mutter war so dankbar, dass sie uns, nachdem wir ihr kurz unsere Lage (unser Hotel war schliesslich nur bis zum 2.1. gebucht, aber unser Flieger ging erst am 7.1.) erklaert hatten, anbot, die folgenden Naechte in ihrer Wohnung zu pennen.
Das Feuerwerk war einfach der absolute Hammer! Von der Harbour-Bridge, von schwimmenden Plattformen, vom Ufer und auch von vielen Hochhaeusern um uns herum wurden Raketten abgefeuert. Ich wusste oft nicht wohin ich gucken sollte, weil es einfach ueberall leuchtete. Kopf links, Kopf rechts aaaaah und ooooooh. Nach 12 Minuten waren dann 5000kg Feuerwerk und 5 Millionen Dollar verballert und die angesammelte Menschenflut ergoss sich nach und nach in die Innenstadt, die extra fuer Silvester vollgesperrt war. Verrueckte, Besoffene, Jugendliche und Opis, Verkleidete, Verschwitzte und Verwirrte! Alle waren da und tanzten sich auf gesperrten Ampelkreuzungen die Seele aus dem Leib! Eine herrlich bunte Masse und wir mitten drin! Viele Leute sagen, dass an Silvester zu viele Menschen und zu viel Stress in Sydney ist, aber wer die Neujahrsnacht auf dem Sofa verbringen will, kann ja zu Hause bleiben. Wir jedenfalls haben den Trubel ordentlich genossen und waren froh, uns am Ende fuer diesen kleinen Abstecher entschieden zu haben!
Als wir dann am 2.1. unser Hotel verlassen haben und zu unserer Gastfamilie gezogen sind, war nochmal schoen 5 Tage Sightseeing in Sydney angesagt.
Wir waren wir auf einem riesen Markt, wo wir Kisteweise Weintrauben und Erdbeeren fuer gaaaanz billiges Geld gekauft haben. Lecker! Wir fuhren zusammen zum Olympischen Aquatic Center, wo 2000 die olympischen Spiele stattfanden. Wir durften zwar nicht ins olympische Becken, konnten aber in einem anderen Teil des Komplexes ein paar Bahnen schwimmen und spaeter beim Turmspringtraining und einer Schwimmmeisterschaft zugucken. Als wir schliesslich das Gebaeude verliessen war es bereits dunkel.
Ausserdem fuhren wir nach Watsons Bay, eine Empfehlung unserer Gastfamilie, schlenderten dort umher und fuhren am Nachmittag mit der Faehre wieder ins Zentrum, wobei man am Opernhaus und der Habour Bridge vorbeikommt und klasse Touristenbilder machen kann. Abends hat unsure liebe Gastmutter Maricel dann wiedereinmal fuer uns gekocht, obwohl wir ihr bereits mehrfach versichert haben, dass wir bereits mehr als zufrieden sind, ueberhaupt bei ihr wohnen zu koennen und dass sie nicht kochen muss!! Nach ihrer religioesen Ansicht sind Gaeste jedoch Engel, die dementsprechend behandelt werden sollen.
Nach 5 Tagen und dem Versprechen, auf jeden Fall nocheinmal vorbeizukommen, wenn wir wieder in Sydney sind, brachten uns Maricel, Muahid und die kleine Sydney noch zum Flughafen und dann gings auch schon wieder zurueck nach Perth. Mitten in der Nacht kamen wir dort auf dem Campingplatz an und als wir den Nachtwaechter aus seinem Bett galingale haben, um unser Auto zurueckzubekommen, hat der sich im Halbschalf wohl irgendwie verrechnet und uns fuer 7 Naechte Autounterkunft 7 Dollar berechnet! Mit einem Laecheln im Gesicht gings dann am naechsten Tag los in Richtung South Australia. Doch dazu dann mehr im naechsten Blog, der sicher nicht lange auf sich warten laesst.

Seid lieb gegruesst

Bine und Basti

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