Von Broom nach Shamrock Garden
Hallo werte Blogleser und Blogleserinnen. Nachdem wir es endlich geschafft hatten mal wieder einen Blogeintrag hochzuladen, kommt hier auch schon der naechste.
Da wir in Kununurra uebers Internet einen interessanten Job auf einer Outback-Wassermelonen-Farm 150km suedlich von Broome gefunden und ihn uns unter den Nagel gerissen hatten mussten wir nun ruckzuck dahin. Aber bevor wir uns fuer ein paar Wochen ins Nirwana verabschiedeten hatten wir noch 2 Tage Zeit Broome zu erkunden. Broome liegt direkt am Meer und ist weltberuehmt fuer die dort gezuechteten Perlen. Noch heute kann man sich die Perlenzuchten vor Ort ansehen und einen Eindruck gewinnen, was es bedeutete, Perlentaucher zu sein (haben wir aber nicht gemacht). Der beruehmte Cable-Beach (dort ging frueher einmal die Telegraphenleitung lang) ist ein weiteres Highlight und einen Besuch wert, vor Allem wenn man seit 4 Wochen durchs Outback gefahren ist und ewig keinen Strand mehr gesehen hat. Hier steht man auf einer etwa 20m hohen Duene und blickt bei Ebbe ueber fast 100m Strand (vom Fuss der Duene bis zum Wasser) aufs offene Meer. Und wenn man zur richtigen Jahreszeit nachts am Strand wandelt, kann man dicke Schildkroeten sehen, wie sie ihren Koerper an den Strand schleppeen, ein risieges Loch graben und ihre Eier legen. Wir sind auch gewandelt, haben aber in Broome leider keine Turtles gesehen. Dafuer wurde ich tags darauf mit 52 km/h in einer 40er Zone gelasert. 12 km/h zu schnell kann ja wohl nicht so viel kosten. “Nicht so viel” bedeutet in Western Australia 150 Dollar, die wir leider vergesslicherweise bis heute noch immer nicht bezahlt haben. Aber der Gerechtigkeit halber und um doch etwas Geld in Broome zu lassen, haben wir uns alle Perlenlaeden der Stadt angeguckt und sind anschliessend, ohne eine Perle gekauft zu haben, ins Kino zu “2012” gegangen. Toller Film, tolle Stadt und geiler Strand doch weiter gehts - die Arbeit ruft.
Wir verliessen Broome in Richtung Sueden und waren sehr gespannt auf die Melonenfarm. Vor Allem Bine konnte es kaum erwarten, nach Lust und Laune Wassermelone essen zu koennen.
Als wir eintrafen und aus unserem Auto stiegen, war der erste Eindruck von Fliegen gepraegt. Ja, Fliegen! Zehn an jedem Auge, zwei in der Nase und immer zwanzig im schnellen Wechsel an den Ohren. Man ist quasi nur am Zucken im Gesicht und wirkt etwas verwirrt, weil man sich standing mit der Hand an den Kopf haut. Da aber alle das gleiche Problem hatten, fiel das nach ein paar Tagen nicht mehr auf. Die Leute da waren ganz OK. Ein paar Deutsche, ein paar Franzosen und ein Grueppchen Englaender/Iren, dessen Mundlauter Anfuehrer 3 Tage spaeter die Farm verlassen musste, weil er nach einer durchzechten Nacht (deren zweite Haelfte er in einer Ausnuechterungszelle verbrachte) die Frau des Farm-Managers im Rest-Suff mit einem Schnitzel beworfen hatte J Immer was los in Shamrock Garden. Und frei nach diesem Motto gings weiter.
Ausgangssituation: Ein paar Tage nachdem der Ire gehen musste, hatten wir einen freien Tag, den die Englaender mit Trinken verbrachten. Dann hat sich der Boss per Telefon aus Broome gemeldet und gesagt, dass er alle zum Essen und Trinken einlaedt, wir muessten nur irgendwie zusehen, wie wir in die Stadt (also zum Abendbrot 150km nach Broome) und nachts zurueck kommen. Das haben dann aber angesichts der Aussicht auf kostenlose Getraenke fast alle hinbekommen. Essen war sehr cool. Ein froehliches Grueppchen, Freischmaus und Freigetraenke. So weit, so gut.
Wir sind dann irgendwann abends zurueck zur Farm gebrettert (mit dem geliehenen LandCruiser der Farm), waehrend die Englaender beschlossen haben, noch etwas zu feiern. Einer wurde verpruegelt, einer kam in die Ausnuechterungszelle (ist wohl Sitte) und die anderen haben waehrenddessen fuer die beiden mitgetrunken, sodass allesamt am naechsten Tag noch immer sternhagelvoll waren, zur spaet zur Arbeit kamen und vom Chef (der am Vorabend noch alles angeleiert hat) gefeuert wurden. Fahren konnte aber keiner mehr, weswegen die Typen auf der Farm festhingen, bis irgendjemand wieder fahren kann. Das funktioniert natuerlich nur, wenn nicht mehr getrunken wird, was nicht der Fall war, weil die Englaender ja nun sowieso gefeuert waren und durchdrehen konnten. Pflanzen wurden rausgerissen, Dellen in Autos geboxt (nicht in unseres!!!), Glaeser zerworfen, Billardkugeln geschmissen, Eigentum beschaedigt, beschimpft nach feinster englischer Sitte, es wurde nackt auf dem Tisch getanzt, Pruegel angedroht, wieder geschimpft und und und…..
Teilsweise sehr amuesant aber auch oll. Je nachdem, ob man grad zusieht, wie der dickste von Allen nackt auf einem kleinen Tisch tanzt oder ob man sich in der Flugbahn eines fliegenden Glases befindet. Das Ende vom Lied war, dass die gesamte englische Truppe, besoffen und in einen Van gefercht, das Grundstueck verlassen mussten und nie wieder gesehen waren. Wir haben dann am naechsten Tag alle zurueckgelassenen Gegenstaende unter uns aufgeteilt. Wie kan man sich nur so abschiessen?!
Die Arbeit an sich war sehr gut. Wir hatten ein ordentliches Zimmer mit Klimaanlage und konnten bis zu 12 Stunden pro Tag arbeiten. Melonenpicken geht so: Ein Traktor zieht einen Anhaenger durchs Feld. An dem Anhaenger ist ein Foerderband, welches im 90Grad Winkel vom Haenger absteht und quasi ueber den Melonen schwebt. Die Jungs gehen hinter dem, uebers Feld schwebende Foerderband her und hiefen alles was sie an Melonen finden, aufs Band. Die Maedchen, befreit vom schweren Hiefen, arbeiten oben auf dem Haenger und sortieren, putzen und packen die Melonen in Kisten. Die Weibchen wechseln sich mit Traktorfahren und Melonenpacken ab, waerend die Kerle die dicken Melonen staemmen. Zum Fruehstueck, Mittag und Abendbrot kommen dann alle wieder ins Camp, wo der Koch dann schon das Essen fertig hat. Der Koch war ich, was mich einerseits vor der Arbeit auf dem heissen Feld bewahrt hat, aber andererseits fuer das Essen der hungrien Arbeiter verantwortlich machte. Ein enormer Druck!
Ein weiterer Pluspunkt der Arbeit auf dieser Farm war die Abwechslung. Wir konnten mit Quadbikes durchs Gelaende heitzen, Kochen ist sowieso immer etwas unterschiedlich, Bine fuhr Traktor, Gelaendewaagen und hat das Fundament fuer den Carport vom Chef gebaut. Ein Arbeitstier (BINE - nicht der Chef!). Als wir einmal Muell wegbringen sollten, haben wir nicht schlecht ueber die hauseigene Muellkippe gestaunt. Ein 200m langer Graben, in den alles reinkommt, was weggeschmissen wird. ALLES! Wenn die Grube voll ist, gibts ein schoenes Feuerchen und Schweppes hat man wieder Platz fuer den Muell der naechsten Saison.
Abwechslungsreich war auch die Tierwelt. Da die Farm zig Kilometer von der naechtgroesseren Ansiedlung entfernt liegt, kreucht und fleucht so allerhand Viehzeug herum. Lizzards, Echsen und auch Schlangen und Skorpione. Einer dieser niedlichen Kollegen hat uns dann auch in der Kueche besucht.
Das soll ersteinmal genuegen und wir hoffen es reicht, um einen kleinen Eindruck von einer Melonenfarm zu bekommen. Das naechste Reiseziel ist nun Exmouth - Westkueste wir kommen!
Doch dazu mehr im naechsten Eintrag.
Die schoensten Gruesse und bis bald.
Bine und Basti
Hallo werte Blogleser und Blogleserinnen. Nachdem wir es endlich geschafft hatten mal wieder einen Blogeintrag hochzuladen, kommt hier auch schon der naechste.
Da wir in Kununurra uebers Internet einen interessanten Job auf einer Outback-Wassermelonen-Farm 150km suedlich von Broome gefunden und ihn uns unter den Nagel gerissen hatten mussten wir nun ruckzuck dahin. Aber bevor wir uns fuer ein paar Wochen ins Nirwana verabschiedeten hatten wir noch 2 Tage Zeit Broome zu erkunden. Broome liegt direkt am Meer und ist weltberuehmt fuer die dort gezuechteten Perlen. Noch heute kann man sich die Perlenzuchten vor Ort ansehen und einen Eindruck gewinnen, was es bedeutete, Perlentaucher zu sein (haben wir aber nicht gemacht). Der beruehmte Cable-Beach (dort ging frueher einmal die Telegraphenleitung lang) ist ein weiteres Highlight und einen Besuch wert, vor Allem wenn man seit 4 Wochen durchs Outback gefahren ist und ewig keinen Strand mehr gesehen hat. Hier steht man auf einer etwa 20m hohen Duene und blickt bei Ebbe ueber fast 100m Strand (vom Fuss der Duene bis zum Wasser) aufs offene Meer. Und wenn man zur richtigen Jahreszeit nachts am Strand wandelt, kann man dicke Schildkroeten sehen, wie sie ihren Koerper an den Strand schleppeen, ein risieges Loch graben und ihre Eier legen. Wir sind auch gewandelt, haben aber in Broome leider keine Turtles gesehen. Dafuer wurde ich tags darauf mit 52 km/h in einer 40er Zone gelasert. 12 km/h zu schnell kann ja wohl nicht so viel kosten. “Nicht so viel” bedeutet in Western Australia 150 Dollar, die wir leider vergesslicherweise bis heute noch immer nicht bezahlt haben. Aber der Gerechtigkeit halber und um doch etwas Geld in Broome zu lassen, haben wir uns alle Perlenlaeden der Stadt angeguckt und sind anschliessend, ohne eine Perle gekauft zu haben, ins Kino zu “2012” gegangen. Toller Film, tolle Stadt und geiler Strand doch weiter gehts - die Arbeit ruft.
Wir verliessen Broome in Richtung Sueden und waren sehr gespannt auf die Melonenfarm. Vor Allem Bine konnte es kaum erwarten, nach Lust und Laune Wassermelone essen zu koennen.
Als wir eintrafen und aus unserem Auto stiegen, war der erste Eindruck von Fliegen gepraegt. Ja, Fliegen! Zehn an jedem Auge, zwei in der Nase und immer zwanzig im schnellen Wechsel an den Ohren. Man ist quasi nur am Zucken im Gesicht und wirkt etwas verwirrt, weil man sich standing mit der Hand an den Kopf haut. Da aber alle das gleiche Problem hatten, fiel das nach ein paar Tagen nicht mehr auf. Die Leute da waren ganz OK. Ein paar Deutsche, ein paar Franzosen und ein Grueppchen Englaender/Iren, dessen Mundlauter Anfuehrer 3 Tage spaeter die Farm verlassen musste, weil er nach einer durchzechten Nacht (deren zweite Haelfte er in einer Ausnuechterungszelle verbrachte) die Frau des Farm-Managers im Rest-Suff mit einem Schnitzel beworfen hatte J Immer was los in Shamrock Garden. Und frei nach diesem Motto gings weiter.
Ausgangssituation: Ein paar Tage nachdem der Ire gehen musste, hatten wir einen freien Tag, den die Englaender mit Trinken verbrachten. Dann hat sich der Boss per Telefon aus Broome gemeldet und gesagt, dass er alle zum Essen und Trinken einlaedt, wir muessten nur irgendwie zusehen, wie wir in die Stadt (also zum Abendbrot 150km nach Broome) und nachts zurueck kommen. Das haben dann aber angesichts der Aussicht auf kostenlose Getraenke fast alle hinbekommen. Essen war sehr cool. Ein froehliches Grueppchen, Freischmaus und Freigetraenke. So weit, so gut.
Wir sind dann irgendwann abends zurueck zur Farm gebrettert (mit dem geliehenen LandCruiser der Farm), waehrend die Englaender beschlossen haben, noch etwas zu feiern. Einer wurde verpruegelt, einer kam in die Ausnuechterungszelle (ist wohl Sitte) und die anderen haben waehrenddessen fuer die beiden mitgetrunken, sodass allesamt am naechsten Tag noch immer sternhagelvoll waren, zur spaet zur Arbeit kamen und vom Chef (der am Vorabend noch alles angeleiert hat) gefeuert wurden. Fahren konnte aber keiner mehr, weswegen die Typen auf der Farm festhingen, bis irgendjemand wieder fahren kann. Das funktioniert natuerlich nur, wenn nicht mehr getrunken wird, was nicht der Fall war, weil die Englaender ja nun sowieso gefeuert waren und durchdrehen konnten. Pflanzen wurden rausgerissen, Dellen in Autos geboxt (nicht in unseres!!!), Glaeser zerworfen, Billardkugeln geschmissen, Eigentum beschaedigt, beschimpft nach feinster englischer Sitte, es wurde nackt auf dem Tisch getanzt, Pruegel angedroht, wieder geschimpft und und und…..
Teilsweise sehr amuesant aber auch oll. Je nachdem, ob man grad zusieht, wie der dickste von Allen nackt auf einem kleinen Tisch tanzt oder ob man sich in der Flugbahn eines fliegenden Glases befindet. Das Ende vom Lied war, dass die gesamte englische Truppe, besoffen und in einen Van gefercht, das Grundstueck verlassen mussten und nie wieder gesehen waren. Wir haben dann am naechsten Tag alle zurueckgelassenen Gegenstaende unter uns aufgeteilt. Wie kan man sich nur so abschiessen?!
Die Arbeit an sich war sehr gut. Wir hatten ein ordentliches Zimmer mit Klimaanlage und konnten bis zu 12 Stunden pro Tag arbeiten. Melonenpicken geht so: Ein Traktor zieht einen Anhaenger durchs Feld. An dem Anhaenger ist ein Foerderband, welches im 90Grad Winkel vom Haenger absteht und quasi ueber den Melonen schwebt. Die Jungs gehen hinter dem, uebers Feld schwebende Foerderband her und hiefen alles was sie an Melonen finden, aufs Band. Die Maedchen, befreit vom schweren Hiefen, arbeiten oben auf dem Haenger und sortieren, putzen und packen die Melonen in Kisten. Die Weibchen wechseln sich mit Traktorfahren und Melonenpacken ab, waerend die Kerle die dicken Melonen staemmen. Zum Fruehstueck, Mittag und Abendbrot kommen dann alle wieder ins Camp, wo der Koch dann schon das Essen fertig hat. Der Koch war ich, was mich einerseits vor der Arbeit auf dem heissen Feld bewahrt hat, aber andererseits fuer das Essen der hungrien Arbeiter verantwortlich machte. Ein enormer Druck!
Ein weiterer Pluspunkt der Arbeit auf dieser Farm war die Abwechslung. Wir konnten mit Quadbikes durchs Gelaende heitzen, Kochen ist sowieso immer etwas unterschiedlich, Bine fuhr Traktor, Gelaendewaagen und hat das Fundament fuer den Carport vom Chef gebaut. Ein Arbeitstier (BINE - nicht der Chef!). Als wir einmal Muell wegbringen sollten, haben wir nicht schlecht ueber die hauseigene Muellkippe gestaunt. Ein 200m langer Graben, in den alles reinkommt, was weggeschmissen wird. ALLES! Wenn die Grube voll ist, gibts ein schoenes Feuerchen und Schweppes hat man wieder Platz fuer den Muell der naechsten Saison.
Abwechslungsreich war auch die Tierwelt. Da die Farm zig Kilometer von der naechtgroesseren Ansiedlung entfernt liegt, kreucht und fleucht so allerhand Viehzeug herum. Lizzards, Echsen und auch Schlangen und Skorpione. Einer dieser niedlichen Kollegen hat uns dann auch in der Kueche besucht.
Das soll ersteinmal genuegen und wir hoffen es reicht, um einen kleinen Eindruck von einer Melonenfarm zu bekommen. Das naechste Reiseziel ist nun Exmouth - Westkueste wir kommen!
Doch dazu mehr im naechsten Eintrag.
Die schoensten Gruesse und bis bald.
Bine und Basti
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