Von Townsville zum Paronella Park
Nach dem schoenen Tag im Alligator Creek fuhren wir weiter nach Norden, Richtung Townsville, wo wir zusammen mit der Daemmerung eintrafen. Wiedereinmal gings durch die Stadt um einen ersten Eindruck von ihr zu bekommen. Gegrillte Wuerstchen und lecker Tomaten mit Zwiebelringen rundeten die ganze Sache schoen ab. Des nachts wurden wir dann noch durch einen freundlichen Sicherheitsdienstmitarbeiter darauf hingewiesen, dass wir von unserer gemuetlichen Schlafstelle am Rande eines Footballfeldes verschwinden sollen! Was soll`s!
Am naechsten morgen haben wir uns mit den Jungs entschieden auf den Gipfel des Castle Hill, ein, inmitten von Townsville tronenden Berg zu klettern. Bei 32 Grad Celsius eine tolle Sache! Aber die Anstrengung sollte sich lohnen, wir hatten eine gigantische Aussicht und viel Spass dort oben. Auf dem Weg nach unten haben wir dann direkt den Besuch des naechsten Highlight in Townsville ausgemacht und ab gings ins Reef HQ Aquarium, wo der Mensch in 2 riesen Tanks, gefuellt mit allen moeglichen Korallenarten, verschiedene Abschnitte des Great Barrier Reef nachempfunden hat. Doch warum sollte man ein kuenstliches Riff dem Echten vorziehen? Die Antwort darauf hatte wie immer der allwissende “Lonely Planet” parat! Eine ganz besondere “green turtle” namens Minty wurde in diesem Aquarium geboren. Sie ist komplett weiss und hat blaue Augen. Diese Besonderheit der Natur nennt man amelanotisch, was dem Albino-Phaenomen aehnelt und auf einen Mangel an Melanin (Pigmenten) zurueckzufuehren ist (so wie in der menschlichen Fusssohle). Nahezu einzigartig und selten hoch zehn, weil diese Tiere in der freien Wildbahn ohne ihre natuerliche Tarnfarbe nicht ueberleben koennen, mussten wir Minty sehen! Voller Enthusiasmus und vor Neugier strotzend sind wir ins Aquarium gerannt und haben uns sofort nach dem Tierchen erkundigt. Die Frau an der Kasse konnte jedoch nichts weiter tun, als uns bedauerlicher Weise mitzuteilen, dass Minty bereits vor 2 Jahren gestorben sei! Och man! Schon irgendwie doof, dass das dann trotzdem noch in der anscheinend nicht ganz so aktualisierten 2009er Ausgabe des “Lonely Planet” angepriesen wird!
Aber weil wir alle so traurig geguckt haben, hat uns die gute Frau dann noch schnell ein Foto von Minty auf ihrer Digitalkamera gezeigt (muss sie ja seit 2 Jahren mit sich rumschleppen - macht die denn ihre Speicherkarte nie lehr?). Und auch ohne weisse Schildie hatten wir einen herrlichen Tag, haben Haie (hey Moritz) gesehen, eine gruene “green turtle”, einen Rochen und vieles mehr. Das Aquarium war zwar relativ klein, dennoch verbrachten wir dort den ganzen Tag mit Martin und Christian (diebeiden verrueckten Leipziger). Die meiste Zeit hat wohl wiedereinmal die Kinderabteilung in Anspruch genommen, wo es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. Die Bilder sollten fuer sich sprechen und es Bedarf keiner weiteren Worte.
Nach dem Aquarium sind dann die Jungs schon weiter Richtung Cairns gebrettert und wir in Townsville geblieben, um noch einigen Kram mit unserem Auto und dessen abgelaufener Registrierung (Zulassung) zu erledigen.
Dann gings weiter nach Ingham, von wo aus wir die steile 15 km Strecke zu den spektakulaeren Wallerman Falls, dem hoechsten einstufigen Wasserfall Australiens (278m) in Angriff nehmen wollten. Doch bereits nach 3 Kilometern zeigte sich, dass das Schild - “Nicht geeignet fuer Caravans, Campervans und Motorhome!“ - am Anfang des Berges kein Spass war. Nachdem unser gelbes Geschoss also qualmend zum Erliegen kam und wir es im Schatten neben der Strasse abgetellt hatten, kam auch schon ein dicker Gelaendewagen den Berg hochgedonnert (Phase 1 von Plan B). Mit den Armen winkend sind wir dann vors Auto gesprungen und haben nett und freundlich erklaert, dass wir zwar kein starkes Auto haetten, aber trotzdem gern die Wasserfaelle angucken wuerden (Phase 2 des Plans). “I could give you a ride!” waren die Worte von Steve, dem Fahrer des Toyota Hillux (Bj.2008), womit auch die letzte Phase unseres Plans, den Berg per Anhalter zu erklimmen, erfolgreich abgeschlossen war! Die Freude war gross, wir schnappten uns unsere Badesachen, ein Handtuch und sprangen in den klimatisierten, ruhig laufenden, gern uns gehoerenden, schnellen, neuen Hillux. Super! Die restlichen Kilometer waren echt der Hammer! Der Mann trat aufs Gas und das Auto fuhr schneller - und das auch noch bergauf!
Der Wasserfall war auch echt ein Ausflug wert. Oben angekommen stand man an der Kante eines Abgrundes in Augenhoehe mit dem Wasser, welches auf der anderen Seite der Schlucht in die Tiefe stuerzt. Nach vielen Fotos und einigen, ins Tal geworfenen Steinen, sind wir dann mit Steve den 2 km langen Track runter zum Wasserloch gelaufen, in welches sich der Sturzbach ergiest. Dort gabs zwar keine Warnung-vor-den-Krokodilen-Schilder aber das dunkle Wasser war trotzdem etwas unheimlig. Bine war natuerlich schon drin und ich musste ja dann auch! Mit der gleichen Angst, wie ich, kletterte dann schliesslich auch Steve ins Wasser und kurz hab ich ueberlegt, ob wir uns wohl einfach seinen Hillux schnappen, falls er von Krokodilen gefressen wird. Letztendlich haben wir alle ueberlebt, Steve hat uns wieder zu unserem Auto gebracht und wir hatten einen wunderbaren Tag auch ohne neue Karre! J
Etwas weiter noerdlich liegt Mission Beach, wo man angeblich die schoensten Straende Australiens (laut “Lonely Planet”) findet. Das war nach unserer Meinung zwar nicht der Fall, aber aushalten konnte mans dort auch. Bevor wir allerdings den gelben Blitz weiter Richtung Cairns steuerten, haben wir noch schnell das Informationszentrum abgecheckt, da wir von dem geschichtenumwobenen, ganz in der Naehe von Mission Beach gelegenen Paronella Park gehoert hatten und ihn besuchen wollten. Nach einer Must-Do-Umfrage des RACQ (aenlich dem ADAC) war dieser Park die Nummer 1 vor Fraser Island und dem Australian ZOO.
Paronella Park ist eine Schloss-Ruine inmitten des Regenwaldes. Die Ueberreste des Kindheitstraumes von Hosee Paronella, der einst das Schloss von Hand erbaute und den Park rundherum anlegte, um grosse Feste auszurichten und prunkvolles Luxusvergnuegen anzubieten. Wirbelstuerme und Ueberflutungen, Familientragoedien und Geldmangel haben die Anlage jedoch uebel zugerichtet und erst seit wenigen Jahren ist der Park wieder betretbar. Die jetzigen Besitzer haben die Tochter von Paronella in Brisbane aufgetrieben (sie ist wohl so gegen 90 Jahre alt) und sie eingeladen. Durch Teresa Paronellas Erzaehlungen und Berichte konnten waerend der Instandsetzungsarbeiten laengst ueberwucherte Wege und Bauten im Park entdeckt und fuer die Besucher erneut zugaenglich gemacht werden.
Wir haben nach unserer Ankunft die gefuehrte Nachtwanderung mitgemacht, Micro Bats (ganz kleine Fledermaeuse), hunderte Gluehwuermchen und fette Aale gesehen. Bei Taschenlampenlicht wird einem die Geschichte des Parks erzaehlt und der Hoehepunkt der Fuehrung ist die erleuchtete Fassade des vom Urwald halbverschlungenen Schlosses. Beim Wandeln durch die Parkanlage, vorbei an Hoehlen, Wasserfaellen, Badeteichen und Baeumen mit beindruckender Hoehe fuehlt man sich irgendwie in der Zeit zurueckversetzt. Man kann sich gut vorstellen, wie pompoes der ehemalige Ballsaal war, wie beruhigend der idylische Badeteich gewirkt haben und wie entspannt es sich auf der Terrasse des Gartenhaeuschens gelegen haben muss.
Am Ende der Tour haben wir einen anderen Besucher gefragt, ob er uns nicht mit seiner Taschenlampe anstrahlen koenne, waehrend wir ein Foto von uns und dem hauseigenen Wasserfall machen. Auf einmal standen dann auch noch seine Frau und die 3 Kinder neben ihm und die ganze Familie hat uns angestrahlt! Schoenes Bild - nichts manipuliert!
Am naechsten Tag gings ab nach Cairns, doch mehr dazu im naechsten Eintrag!
Bis dahin die liebsten Gruesse und bis bald!
Bine und Basti
Nach dem schoenen Tag im Alligator Creek fuhren wir weiter nach Norden, Richtung Townsville, wo wir zusammen mit der Daemmerung eintrafen. Wiedereinmal gings durch die Stadt um einen ersten Eindruck von ihr zu bekommen. Gegrillte Wuerstchen und lecker Tomaten mit Zwiebelringen rundeten die ganze Sache schoen ab. Des nachts wurden wir dann noch durch einen freundlichen Sicherheitsdienstmitarbeiter darauf hingewiesen, dass wir von unserer gemuetlichen Schlafstelle am Rande eines Footballfeldes verschwinden sollen! Was soll`s!
Am naechsten morgen haben wir uns mit den Jungs entschieden auf den Gipfel des Castle Hill, ein, inmitten von Townsville tronenden Berg zu klettern. Bei 32 Grad Celsius eine tolle Sache! Aber die Anstrengung sollte sich lohnen, wir hatten eine gigantische Aussicht und viel Spass dort oben. Auf dem Weg nach unten haben wir dann direkt den Besuch des naechsten Highlight in Townsville ausgemacht und ab gings ins Reef HQ Aquarium, wo der Mensch in 2 riesen Tanks, gefuellt mit allen moeglichen Korallenarten, verschiedene Abschnitte des Great Barrier Reef nachempfunden hat. Doch warum sollte man ein kuenstliches Riff dem Echten vorziehen? Die Antwort darauf hatte wie immer der allwissende “Lonely Planet” parat! Eine ganz besondere “green turtle” namens Minty wurde in diesem Aquarium geboren. Sie ist komplett weiss und hat blaue Augen. Diese Besonderheit der Natur nennt man amelanotisch, was dem Albino-Phaenomen aehnelt und auf einen Mangel an Melanin (Pigmenten) zurueckzufuehren ist (so wie in der menschlichen Fusssohle). Nahezu einzigartig und selten hoch zehn, weil diese Tiere in der freien Wildbahn ohne ihre natuerliche Tarnfarbe nicht ueberleben koennen, mussten wir Minty sehen! Voller Enthusiasmus und vor Neugier strotzend sind wir ins Aquarium gerannt und haben uns sofort nach dem Tierchen erkundigt. Die Frau an der Kasse konnte jedoch nichts weiter tun, als uns bedauerlicher Weise mitzuteilen, dass Minty bereits vor 2 Jahren gestorben sei! Och man! Schon irgendwie doof, dass das dann trotzdem noch in der anscheinend nicht ganz so aktualisierten 2009er Ausgabe des “Lonely Planet” angepriesen wird!
Aber weil wir alle so traurig geguckt haben, hat uns die gute Frau dann noch schnell ein Foto von Minty auf ihrer Digitalkamera gezeigt (muss sie ja seit 2 Jahren mit sich rumschleppen - macht die denn ihre Speicherkarte nie lehr?). Und auch ohne weisse Schildie hatten wir einen herrlichen Tag, haben Haie (hey Moritz) gesehen, eine gruene “green turtle”, einen Rochen und vieles mehr. Das Aquarium war zwar relativ klein, dennoch verbrachten wir dort den ganzen Tag mit Martin und Christian (diebeiden verrueckten Leipziger). Die meiste Zeit hat wohl wiedereinmal die Kinderabteilung in Anspruch genommen, wo es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. Die Bilder sollten fuer sich sprechen und es Bedarf keiner weiteren Worte.
Nach dem Aquarium sind dann die Jungs schon weiter Richtung Cairns gebrettert und wir in Townsville geblieben, um noch einigen Kram mit unserem Auto und dessen abgelaufener Registrierung (Zulassung) zu erledigen.
Dann gings weiter nach Ingham, von wo aus wir die steile 15 km Strecke zu den spektakulaeren Wallerman Falls, dem hoechsten einstufigen Wasserfall Australiens (278m) in Angriff nehmen wollten. Doch bereits nach 3 Kilometern zeigte sich, dass das Schild - “Nicht geeignet fuer Caravans, Campervans und Motorhome!“ - am Anfang des Berges kein Spass war. Nachdem unser gelbes Geschoss also qualmend zum Erliegen kam und wir es im Schatten neben der Strasse abgetellt hatten, kam auch schon ein dicker Gelaendewagen den Berg hochgedonnert (Phase 1 von Plan B). Mit den Armen winkend sind wir dann vors Auto gesprungen und haben nett und freundlich erklaert, dass wir zwar kein starkes Auto haetten, aber trotzdem gern die Wasserfaelle angucken wuerden (Phase 2 des Plans). “I could give you a ride!” waren die Worte von Steve, dem Fahrer des Toyota Hillux (Bj.2008), womit auch die letzte Phase unseres Plans, den Berg per Anhalter zu erklimmen, erfolgreich abgeschlossen war! Die Freude war gross, wir schnappten uns unsere Badesachen, ein Handtuch und sprangen in den klimatisierten, ruhig laufenden, gern uns gehoerenden, schnellen, neuen Hillux. Super! Die restlichen Kilometer waren echt der Hammer! Der Mann trat aufs Gas und das Auto fuhr schneller - und das auch noch bergauf!
Der Wasserfall war auch echt ein Ausflug wert. Oben angekommen stand man an der Kante eines Abgrundes in Augenhoehe mit dem Wasser, welches auf der anderen Seite der Schlucht in die Tiefe stuerzt. Nach vielen Fotos und einigen, ins Tal geworfenen Steinen, sind wir dann mit Steve den 2 km langen Track runter zum Wasserloch gelaufen, in welches sich der Sturzbach ergiest. Dort gabs zwar keine Warnung-vor-den-Krokodilen-Schilder aber das dunkle Wasser war trotzdem etwas unheimlig. Bine war natuerlich schon drin und ich musste ja dann auch! Mit der gleichen Angst, wie ich, kletterte dann schliesslich auch Steve ins Wasser und kurz hab ich ueberlegt, ob wir uns wohl einfach seinen Hillux schnappen, falls er von Krokodilen gefressen wird. Letztendlich haben wir alle ueberlebt, Steve hat uns wieder zu unserem Auto gebracht und wir hatten einen wunderbaren Tag auch ohne neue Karre! J
Etwas weiter noerdlich liegt Mission Beach, wo man angeblich die schoensten Straende Australiens (laut “Lonely Planet”) findet. Das war nach unserer Meinung zwar nicht der Fall, aber aushalten konnte mans dort auch. Bevor wir allerdings den gelben Blitz weiter Richtung Cairns steuerten, haben wir noch schnell das Informationszentrum abgecheckt, da wir von dem geschichtenumwobenen, ganz in der Naehe von Mission Beach gelegenen Paronella Park gehoert hatten und ihn besuchen wollten. Nach einer Must-Do-Umfrage des RACQ (aenlich dem ADAC) war dieser Park die Nummer 1 vor Fraser Island und dem Australian ZOO.
Paronella Park ist eine Schloss-Ruine inmitten des Regenwaldes. Die Ueberreste des Kindheitstraumes von Hosee Paronella, der einst das Schloss von Hand erbaute und den Park rundherum anlegte, um grosse Feste auszurichten und prunkvolles Luxusvergnuegen anzubieten. Wirbelstuerme und Ueberflutungen, Familientragoedien und Geldmangel haben die Anlage jedoch uebel zugerichtet und erst seit wenigen Jahren ist der Park wieder betretbar. Die jetzigen Besitzer haben die Tochter von Paronella in Brisbane aufgetrieben (sie ist wohl so gegen 90 Jahre alt) und sie eingeladen. Durch Teresa Paronellas Erzaehlungen und Berichte konnten waerend der Instandsetzungsarbeiten laengst ueberwucherte Wege und Bauten im Park entdeckt und fuer die Besucher erneut zugaenglich gemacht werden.
Wir haben nach unserer Ankunft die gefuehrte Nachtwanderung mitgemacht, Micro Bats (ganz kleine Fledermaeuse), hunderte Gluehwuermchen und fette Aale gesehen. Bei Taschenlampenlicht wird einem die Geschichte des Parks erzaehlt und der Hoehepunkt der Fuehrung ist die erleuchtete Fassade des vom Urwald halbverschlungenen Schlosses. Beim Wandeln durch die Parkanlage, vorbei an Hoehlen, Wasserfaellen, Badeteichen und Baeumen mit beindruckender Hoehe fuehlt man sich irgendwie in der Zeit zurueckversetzt. Man kann sich gut vorstellen, wie pompoes der ehemalige Ballsaal war, wie beruhigend der idylische Badeteich gewirkt haben und wie entspannt es sich auf der Terrasse des Gartenhaeuschens gelegen haben muss.
Am Ende der Tour haben wir einen anderen Besucher gefragt, ob er uns nicht mit seiner Taschenlampe anstrahlen koenne, waehrend wir ein Foto von uns und dem hauseigenen Wasserfall machen. Auf einmal standen dann auch noch seine Frau und die 3 Kinder neben ihm und die ganze Familie hat uns angestrahlt! Schoenes Bild - nichts manipuliert!
Am naechsten Tag gings ab nach Cairns, doch mehr dazu im naechsten Eintrag!
Bis dahin die liebsten Gruesse und bis bald!
Bine und Basti
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