Mittwoch, 17. Juni 2009
from Gladstone to Yeppoon
Nachdem wir noch einige Tage in Gladstone verbracht hatten, fuhren wir in freudiger Erwartung nach Rockhampton, dort endlich arbeiten und unsere Finanzen etwas aufbessern zu koennen. Da dies leider leider nicht geklappt hat, fuhrern wir schon nach zwei Tagen zurueck ans Wasser (Rockhampton liegt etwa 30km westlich vom Ozean) Richtung Emu Park, da wir uns schon beide wieder nach dem Meer sehnten. Auf dem Weg dort hin besuchten wir eine Krokodilfarm, wo ueber 3000 Krokodile zu Hause sind. Wir haben davon nur etwa 15(aber dafuer die groessten) gesehen, da der Rest in aller Stille in irgendwelchen Kammern ausgebruetet, grossgezogen und letztlich hingerichtet wird. Die Fuehrung war interessant, aber man erkennt schnell den Unterschied zum Zoo.
Es wird einem erklaert, wie unnuetz die Regelungen der Regierung sind, da ein Jagdverbot auf Krokodile und deren Eier angeblich nichts bringt. Der Farmer, der Krokodile auf seinem Land hat, muss tatenlos zusehen, wie die Krokos seine preisgekroehnten Kuehe wegfressen und darf nichts dagegen tun. Was macht er also (werden wir lieb laechelnd gefragt)? Er toetet sie heimlich, zerstoert die Nester und trampelt die Eier platt. Pfui - Boeser Farmer und pfui - unnuetzes Krokodilfangverbot (wird uns eingetrichtert)!! Die Zahl der Krokodile geht drastisch zurueck und wenn man nichts macht, sterben sie aus! Und an dieser Stelle fangen die von der Farm an, uns richtig einen aufzubinden! Denn nun sagen sie, waere es doch toll, wenn die Verbote aufgehoben wuerden. Denn dann koennte der Farmer die Eier aufsammeln und sie der guten Krokodilfarm fuer 20 Dollar das Stueck verkaufen. Wenn man bedenkt, dass so ein Krokodil bis zu 50 Eier pro Jahr legen kann und das auch noch 50 Jahre lang, dann kommt da fuer den Farmer ploetzlich ne gute Stange Geld bei raus und er baut Zauene um die Krokodilnester, um sie (und sein Zubrot) zu schuetzen. Die Krokodilfarmen kaufen die Eier also ab und fuettern die Krokokids ordentlich gross. Bis dahin eigentlich ganz gut und nobel, aber was passiert dann mit den Biestern? Der komplette Bestand an Krokodilleder der Farm auf der wir waren geht jedenfalls an GUCCI und die zahlen gut 1000 bis 2000 Dollar fuer ein A4 grosses Stueckchen. Na da wird ja richtig was gegen das Aussterben getan! Also dann doch pfui - Krokofarm. Nicht mal unbedingt dafuer, dass sie Leder aus den Krokos machen (was schon schlimm genug ist, aber Rinder werden ja auch nur fuer ihr Fleisch grossgezogen und dann geschlachtet) aber dafuer, dass sie sich auch noch schoen den Artenschutzmantel anziehen wollen!
Danach sind wir weiter gefahren nach Emu Park und die Ostkueste hinauf bis nach nach Yeppoon, wo wir lange und intensiv nach Arbeit suchten, jedoch wieder ohne Erfolg. Wir guckten uns den wunderschoenen Wreckpoint-Lookout an und hatten ein herrliche Aussicht.
Es dauerte einige Tage,bis wir in Yeppoon einen schonen Schlafplatz fanden. Immerhin muss dieser einige Kriterien erfuellen: direkt am Wasser waere toll, abseits von patroulierenden Polizisten und am besten noch mit Dusche und Klo.
Eingie Male schliefen wir auch bei der lieben „Petzi“, einer lieben alten Dame („nette alte Daaame!“), die zusammen mit ihrem Mann einen Campingplatz direkt am Strand leitet. Dort trafen wir dann auch Peter, der uns erzaehlte, dass wir auf Great Keppel Island fuer freie Unterkunft und Essen 3h am Tag arbeiten koennten. Er gab uns die Nummer von Greg (wer regelmaessig unsere Eintraege verfolgt hat, weiss, dass bis jetzt alle Maenner die wir wegen Arbeit angerufen haben komischerweise Greg heissen). Wir riefen ihn jedenfalls an und koennten, naechsten Montag anfangen, so Creg.
Da der Security Park Platz am Faehrterminal sauteuer war, haben wir Petsy gefragt, ob wir unser Auto nicht bei ihr stehen lassen koennten. „Of course!“ Dann gabs noch eine Blume und Konfekt fuer die gute Frau und wir hatten wieder 80 Dollar gespart. Irgendwelche Leute, die wir an unserem Schlafplatz kennen gelernt haben und in Kontakt kamen weil deren Hund zufaellig Sebastian hiess (ein schoener Name!!!) haben uns dann zur Faehre gebracht, weil sie sowieso da lang mussten und uns so mochten. Wieder was gespart! Toll!
Am Faehrterminal sagten wir, dass wir nach Great Keppel Isalnd wollen, worauf die Frau uns fragte, ob wir vielleicht Sabine und Sebastian sind. Na das laueft ja! Wir wurden bereits erwartet. Ein schoenes Gefuehl! Die Fahrt mit der Faehre dauerte eine Stunde und dann kamen wir im Paradies an! Ein Auto stand am Strand mit der Aufschrifft „Holiday Village“ (unser Arbeitgeber) und wir wussten, dort muessen wir hin. Ein aelteres Ehepaar stand vor dem Auto und begruesste uns beide sehr herzlich mit Namen. Die erste Frage war jedoch, wo unser Essen sei? Wir dachten beide, wir bekaemen Unterkunft UND Verpflegung umsonst, was jedoch nicht der Fall war. Und so sahen wir beide in diesem Augenblick wohl auch aus. Rucksack mit Klamotten und in der Hand ein kleiner Beutel mit Lebensmitteln, die uns das vorhandene Essen eigentlich bloss verschoenern sollten. Mehr nicht! Naja, Halodrian und Insel-water-activities-Chef Fergi musste naechsten Tag sowieso (zum Glueck!!) aufs Festland zum Einkaufen und brachte uns dann was mit.
Waerend Greg unser Zeug zum Village fuhr, erzaehlte uns Sharon auf dem Weg zu unserem Lager einiges ueber die Insel. Anschliessend bekamen wir unser Zelt (ein schoenes, mit grossem Bett und Terasse) und fuer den restlichen Tag frei. Juhuu! Also hies es Insel erkunden, baden, sonnen und im Wasser Quatsch machen.
Ab naechsten Tag mussten wir dann ranklotzen. Wir arbeiteten von 8-11Uhr, in dieser Zeit putzten wir die Gemeinschaftskueche, Bine die Frauenbaeder/duschen, ich die Maennerbaeder/duschen und zusammen die Zelte und Kabinen fuer neue Gaeste. Das einzige Reinigungsmittel auf der Insel war uebrigens Essig - nicht weils so schoen riecht, sondern der Umwelt zuliebe!
Wir beide hatten den Wunsch, einmal um die Insel zu wandern, dessen Umfang 27km betraegt. In 5 Stunden zu schaffen dachten wir! Die beiden deutschen Maedchen, die mit uns zusammen dort arbeiteten und das Zelt neben uns hatten meinten: „Was? Ihr wollt einmal um die Insel? Das schafft ihr nie!“ - „Jau, danke! Bis nachher dann!“ Und mit einer selbstgezeichneten Karte bewaffnet gingen wir los! Wir sahen eine Menge herrlicher Dinge und haben viel entdeckt. Zuerst Delphine, ganz dicht an den Klippen, 100 Meter vielleicht noch entfernt. Dann haben Urlauber am Strand gestanden, Austern von den Felsen gegessen und uns auf einee Runde Austernschleim eingeladen (Wuerg!!). Wir haben einen Baum gefunden, an dem irgendwer alle angeschwaemmten Bojen und Fender, wie an einen Weihnachtsbaum angebaumelt hatte! Drunter hing eine Schaukel mit langen Seilen, die wir sofort ausprobierten! Schaukeln - ein Gefuehl von Freiheit! Danach kamen wir zum Sandhills Beach, wo wir eine gigantische Aussicht ueber das ganze noerdliche Ende der Insel haben wuerden, wenn wir erst einmal oben sind. Doch der Zuckersand erschwaerte die ganze Angelegenheit. Immer wieder rutschten wir zurueck, aber die Muehe hat sich echt gelohnt.
Das Letzte und wahrscheinlich Aufregendste, was wir an diesem Tag entdeckt haben war, dass wir es wohl doch nicht mehr vor Sonnenuntergang zurueck schaffen wuerden. Spannend! Aber wir wollten uns vor den beiden Maedchen, die gesagt hatten, wir wuerden es nicht schaffen, nicht die Bloesse geben. Wir liefen immer weiter an Klippen entlang, kletterten ueber steile Abhaenge und rannten wie Wildziegen querfeldein den Berg zum Leuchtturm (der ist lustigerweise nur 2,5m hoch war, aber dafuer ja auf dem 160m Berg stand) hinauf. Oben angekommen war nur kurz Zeit fuer ein kleines „Beweisphoto“ und dann sind wir den Weg (hier gabs jetzt zum Glueck wieder einen) zurueck zum Village gerannt, um es noch irgendwie im Hellen aus dem Wald zu schaffen.
Bine hatte die Uhr und ich den Plan der Insel (eigentlich mehr ne Skizze) und bis zum Strand schien es nicht mehr weit. Dort konnte es dann auch ruhig dunkel sein, aber bitte bitte nicht auf einem unbekannten Weg, auf dem bergigen, menschenleeren Teil der Insel im Stockfinsteren umherirren!! Aaargh!!! Wir hatten noch 30 Minuten Sonne, noch 10, noch 5! Okay, dann war sie weg und wir hatten noch 10 Minuten Daemmerlicht! Die Angstt trieb uns vorran. Vergessen waren all die Viecher im hohen Grass, all die Spinnen, Schlangen und weiss der Geier was noch. Wir rannten und rannten und kamen nach einer Stunde Gebirgslauf am Strand an! Nach weiteren 2km am Strand erreichten wir im Dunkeln unser Lager, tranken noch schnell etwas, fielen tot ins Bett und schliefen bis zum naechsten Morgen. Wir hatten es geschafft, einmal rum und die Weiber haben gestaunt, was wir fuer schoene Plaetze gesehen haben.
Nach dieser ausgiebigen Koerperertuechtigung war am naechsten Tag erstmal relaxen am Strand angesagt, aber nicht ohne das neue Spielzeug von Bine. Kurz bevor wir naemlich auf die Insel gekommen sind, haben wir uns eine Angel samt Zubehoer gekauft und zeigen lassen, wie man den Haken und das Blei richtig anmacht und zueinander fuers Strandangeln einstellt. Auf der Insel gabs dann noch billigerweise Koederkrabben von einem abreisenden Zeltnachbarn geschenkt (schon wieder gespart) und schon stand unserem Hochseeangelabendteuer nichts mehr im Weg.
Krabbe schnell rangefummelt und dann hab ich mich ersteinmal entspannt mit einem Buch hingehauen, waehrend Bine ihr Glueck versuchte. Ich war gar nicht ganz am Handtuch angekommen, da schrie Bine schon voll Aufregung! Bereits beim ersten Einholen der Sehne, merkte Sie wie sich ploetzlich die Sehne von alleine abrollte und wohl einen dicken Brocken dran haben musste. „Basti Basti!“ ,rief sie, die gekruemmte Angel in den Haenden haltend, „Hilf mir mal! Da hat einer gebissen!“ Ich dachte, ich hoer nicht recht! Nach 2 Minuten? Zusammen haben wir dann immer wieder Leine eingeholt, wieder abrollen lassen und wieder gekurbelt, bis wir irgendwann sehen konnten, was da so zappelt. Wir konnten unseren Augen nicht trauen! Bine hatt schon nach 2 Minuten einen etwa 40cm grossen Fisch am Haken, der wahrscheinlich gerade so in unseren Eimer passen wuerde.
Bine hat sich volle Pulle gefreut! „Noch nie hab ich so einen grossen Fisch gefangen!“ Dann gingen wir nach Hause und schlachteten den schoen Fisch am Strand. Bereits beim Rausproekeln des Innenlebens stellte die Expertin fest, das nur wenig „Dreck“ in diesem Exemplar war und dass das Fleisch herrlich aussah. Letztlich entschieden wir uns den Burschen zu filetieren und haben ihn mit Limetten- und Zitronenscheiben garniert und auf einem Reisbett serviert! Ein schoenes Abendbrot! Am Ende stellten wir fest, dass der Brocken auch wirklich nur eine dicke Grete in der Mitte hatte. So wie diese Fischreste, die die Katze im Trickfilm in der Hand haelt, wenn sie den Fisch komplett abgelutscht hat.
Eine weitere kulinarische Koestlichkeit dieser Insel waren die Kokusnuesse und waehrend unsereer Woche auf Great Keppel Island wurde Bine zu einer richtigen Kokusnuss-Expertin. Alle fragten sie, worauf man achten muesse, woran man eine gute Nuss erkenne und bedankten sich fuer ihre Ratschlaege! Eigentlich wusste Bine bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht genau, worauf man zu achten hat, aber Greg (unser Boss), war so begeistert von ihrem Enthusiasmus, dass er sie unter seine Fitiche nahm und ihr ein paar Sachen erklaert hat. Sie meinte: „Ein toller Mann! Er erinnert mich ein bisschen an meinen Papa, weil er auch so viel weiss, so viel repariert und keinen Punnerkram machte, sondern Ahnung hat von dem was er tut.“
Am letzten Abend machten wir Knueppelteig und mit zwei Australiern ein Lagerfeuer am Strand, was uns beiden und auch den Aussis sehr gefiel. Spaeter kamen noch zwei Italiener dazu, die gar nicht genug von unserem Knueppelkuckenteig (Wasser, Mehl und Zucker) bekommen konnten.
Am Ende waren wir echt traurig, dass wir dieses Paradis wieder verlassen mussten. Auch Greg und Sharon waren traurig und haben uns zum Abschied sogar noch einen Kuchen gebacken. Die beiden haben uns beide sehr gelobt und uns gesagt das wir eine super Arbeit gemacht haben. Und als wir ihnen gesagt haben, dass dies der erste Ort auf unserer Reise ist, den wir nochmal besuchen wuerden (spaeter vieleicht sogar nochmal fuer einen Urlaub wiederkommen!!), waren sie sehr geruehrt! Tolle Menschen die beiden!
Nun sind wir wieder in Yeppoon und wir sehnen uns beide zurueck nach Keppel. Morgen werden wir aber auch Yeppoon verlassen und weiter fahren nach Mackay und Bowen um dort endlich mal bezahlte Arbeit zu bekommen. Wir hoffen, euch allen geht es gut und ihr seid wohl auf! Liebe Gruesse aus der Ferne!
Bine und Basti!
Es wird einem erklaert, wie unnuetz die Regelungen der Regierung sind, da ein Jagdverbot auf Krokodile und deren Eier angeblich nichts bringt. Der Farmer, der Krokodile auf seinem Land hat, muss tatenlos zusehen, wie die Krokos seine preisgekroehnten Kuehe wegfressen und darf nichts dagegen tun. Was macht er also (werden wir lieb laechelnd gefragt)? Er toetet sie heimlich, zerstoert die Nester und trampelt die Eier platt. Pfui - Boeser Farmer und pfui - unnuetzes Krokodilfangverbot (wird uns eingetrichtert)!! Die Zahl der Krokodile geht drastisch zurueck und wenn man nichts macht, sterben sie aus! Und an dieser Stelle fangen die von der Farm an, uns richtig einen aufzubinden! Denn nun sagen sie, waere es doch toll, wenn die Verbote aufgehoben wuerden. Denn dann koennte der Farmer die Eier aufsammeln und sie der guten Krokodilfarm fuer 20 Dollar das Stueck verkaufen. Wenn man bedenkt, dass so ein Krokodil bis zu 50 Eier pro Jahr legen kann und das auch noch 50 Jahre lang, dann kommt da fuer den Farmer ploetzlich ne gute Stange Geld bei raus und er baut Zauene um die Krokodilnester, um sie (und sein Zubrot) zu schuetzen. Die Krokodilfarmen kaufen die Eier also ab und fuettern die Krokokids ordentlich gross. Bis dahin eigentlich ganz gut und nobel, aber was passiert dann mit den Biestern? Der komplette Bestand an Krokodilleder der Farm auf der wir waren geht jedenfalls an GUCCI und die zahlen gut 1000 bis 2000 Dollar fuer ein A4 grosses Stueckchen. Na da wird ja richtig was gegen das Aussterben getan! Also dann doch pfui - Krokofarm. Nicht mal unbedingt dafuer, dass sie Leder aus den Krokos machen (was schon schlimm genug ist, aber Rinder werden ja auch nur fuer ihr Fleisch grossgezogen und dann geschlachtet) aber dafuer, dass sie sich auch noch schoen den Artenschutzmantel anziehen wollen!
Danach sind wir weiter gefahren nach Emu Park und die Ostkueste hinauf bis nach nach Yeppoon, wo wir lange und intensiv nach Arbeit suchten, jedoch wieder ohne Erfolg. Wir guckten uns den wunderschoenen Wreckpoint-Lookout an und hatten ein herrliche Aussicht.
Es dauerte einige Tage,bis wir in Yeppoon einen schonen Schlafplatz fanden. Immerhin muss dieser einige Kriterien erfuellen: direkt am Wasser waere toll, abseits von patroulierenden Polizisten und am besten noch mit Dusche und Klo.
Eingie Male schliefen wir auch bei der lieben „Petzi“, einer lieben alten Dame („nette alte Daaame!“), die zusammen mit ihrem Mann einen Campingplatz direkt am Strand leitet. Dort trafen wir dann auch Peter, der uns erzaehlte, dass wir auf Great Keppel Island fuer freie Unterkunft und Essen 3h am Tag arbeiten koennten. Er gab uns die Nummer von Greg (wer regelmaessig unsere Eintraege verfolgt hat, weiss, dass bis jetzt alle Maenner die wir wegen Arbeit angerufen haben komischerweise Greg heissen). Wir riefen ihn jedenfalls an und koennten, naechsten Montag anfangen, so Creg.
Da der Security Park Platz am Faehrterminal sauteuer war, haben wir Petsy gefragt, ob wir unser Auto nicht bei ihr stehen lassen koennten. „Of course!“ Dann gabs noch eine Blume und Konfekt fuer die gute Frau und wir hatten wieder 80 Dollar gespart. Irgendwelche Leute, die wir an unserem Schlafplatz kennen gelernt haben und in Kontakt kamen weil deren Hund zufaellig Sebastian hiess (ein schoener Name!!!) haben uns dann zur Faehre gebracht, weil sie sowieso da lang mussten und uns so mochten. Wieder was gespart! Toll!
Am Faehrterminal sagten wir, dass wir nach Great Keppel Isalnd wollen, worauf die Frau uns fragte, ob wir vielleicht Sabine und Sebastian sind. Na das laueft ja! Wir wurden bereits erwartet. Ein schoenes Gefuehl! Die Fahrt mit der Faehre dauerte eine Stunde und dann kamen wir im Paradies an! Ein Auto stand am Strand mit der Aufschrifft „Holiday Village“ (unser Arbeitgeber) und wir wussten, dort muessen wir hin. Ein aelteres Ehepaar stand vor dem Auto und begruesste uns beide sehr herzlich mit Namen. Die erste Frage war jedoch, wo unser Essen sei? Wir dachten beide, wir bekaemen Unterkunft UND Verpflegung umsonst, was jedoch nicht der Fall war. Und so sahen wir beide in diesem Augenblick wohl auch aus. Rucksack mit Klamotten und in der Hand ein kleiner Beutel mit Lebensmitteln, die uns das vorhandene Essen eigentlich bloss verschoenern sollten. Mehr nicht! Naja, Halodrian und Insel-water-activities-Chef Fergi musste naechsten Tag sowieso (zum Glueck!!) aufs Festland zum Einkaufen und brachte uns dann was mit.
Waerend Greg unser Zeug zum Village fuhr, erzaehlte uns Sharon auf dem Weg zu unserem Lager einiges ueber die Insel. Anschliessend bekamen wir unser Zelt (ein schoenes, mit grossem Bett und Terasse) und fuer den restlichen Tag frei. Juhuu! Also hies es Insel erkunden, baden, sonnen und im Wasser Quatsch machen.
Ab naechsten Tag mussten wir dann ranklotzen. Wir arbeiteten von 8-11Uhr, in dieser Zeit putzten wir die Gemeinschaftskueche, Bine die Frauenbaeder/duschen, ich die Maennerbaeder/duschen und zusammen die Zelte und Kabinen fuer neue Gaeste. Das einzige Reinigungsmittel auf der Insel war uebrigens Essig - nicht weils so schoen riecht, sondern der Umwelt zuliebe!
Wir beide hatten den Wunsch, einmal um die Insel zu wandern, dessen Umfang 27km betraegt. In 5 Stunden zu schaffen dachten wir! Die beiden deutschen Maedchen, die mit uns zusammen dort arbeiteten und das Zelt neben uns hatten meinten: „Was? Ihr wollt einmal um die Insel? Das schafft ihr nie!“ - „Jau, danke! Bis nachher dann!“ Und mit einer selbstgezeichneten Karte bewaffnet gingen wir los! Wir sahen eine Menge herrlicher Dinge und haben viel entdeckt. Zuerst Delphine, ganz dicht an den Klippen, 100 Meter vielleicht noch entfernt. Dann haben Urlauber am Strand gestanden, Austern von den Felsen gegessen und uns auf einee Runde Austernschleim eingeladen (Wuerg!!). Wir haben einen Baum gefunden, an dem irgendwer alle angeschwaemmten Bojen und Fender, wie an einen Weihnachtsbaum angebaumelt hatte! Drunter hing eine Schaukel mit langen Seilen, die wir sofort ausprobierten! Schaukeln - ein Gefuehl von Freiheit! Danach kamen wir zum Sandhills Beach, wo wir eine gigantische Aussicht ueber das ganze noerdliche Ende der Insel haben wuerden, wenn wir erst einmal oben sind. Doch der Zuckersand erschwaerte die ganze Angelegenheit. Immer wieder rutschten wir zurueck, aber die Muehe hat sich echt gelohnt.
Das Letzte und wahrscheinlich Aufregendste, was wir an diesem Tag entdeckt haben war, dass wir es wohl doch nicht mehr vor Sonnenuntergang zurueck schaffen wuerden. Spannend! Aber wir wollten uns vor den beiden Maedchen, die gesagt hatten, wir wuerden es nicht schaffen, nicht die Bloesse geben. Wir liefen immer weiter an Klippen entlang, kletterten ueber steile Abhaenge und rannten wie Wildziegen querfeldein den Berg zum Leuchtturm (der ist lustigerweise nur 2,5m hoch war, aber dafuer ja auf dem 160m Berg stand) hinauf. Oben angekommen war nur kurz Zeit fuer ein kleines „Beweisphoto“ und dann sind wir den Weg (hier gabs jetzt zum Glueck wieder einen) zurueck zum Village gerannt, um es noch irgendwie im Hellen aus dem Wald zu schaffen.
Bine hatte die Uhr und ich den Plan der Insel (eigentlich mehr ne Skizze) und bis zum Strand schien es nicht mehr weit. Dort konnte es dann auch ruhig dunkel sein, aber bitte bitte nicht auf einem unbekannten Weg, auf dem bergigen, menschenleeren Teil der Insel im Stockfinsteren umherirren!! Aaargh!!! Wir hatten noch 30 Minuten Sonne, noch 10, noch 5! Okay, dann war sie weg und wir hatten noch 10 Minuten Daemmerlicht! Die Angstt trieb uns vorran. Vergessen waren all die Viecher im hohen Grass, all die Spinnen, Schlangen und weiss der Geier was noch. Wir rannten und rannten und kamen nach einer Stunde Gebirgslauf am Strand an! Nach weiteren 2km am Strand erreichten wir im Dunkeln unser Lager, tranken noch schnell etwas, fielen tot ins Bett und schliefen bis zum naechsten Morgen. Wir hatten es geschafft, einmal rum und die Weiber haben gestaunt, was wir fuer schoene Plaetze gesehen haben.
Nach dieser ausgiebigen Koerperertuechtigung war am naechsten Tag erstmal relaxen am Strand angesagt, aber nicht ohne das neue Spielzeug von Bine. Kurz bevor wir naemlich auf die Insel gekommen sind, haben wir uns eine Angel samt Zubehoer gekauft und zeigen lassen, wie man den Haken und das Blei richtig anmacht und zueinander fuers Strandangeln einstellt. Auf der Insel gabs dann noch billigerweise Koederkrabben von einem abreisenden Zeltnachbarn geschenkt (schon wieder gespart) und schon stand unserem Hochseeangelabendteuer nichts mehr im Weg.
Krabbe schnell rangefummelt und dann hab ich mich ersteinmal entspannt mit einem Buch hingehauen, waehrend Bine ihr Glueck versuchte. Ich war gar nicht ganz am Handtuch angekommen, da schrie Bine schon voll Aufregung! Bereits beim ersten Einholen der Sehne, merkte Sie wie sich ploetzlich die Sehne von alleine abrollte und wohl einen dicken Brocken dran haben musste. „Basti Basti!“ ,rief sie, die gekruemmte Angel in den Haenden haltend, „Hilf mir mal! Da hat einer gebissen!“ Ich dachte, ich hoer nicht recht! Nach 2 Minuten? Zusammen haben wir dann immer wieder Leine eingeholt, wieder abrollen lassen und wieder gekurbelt, bis wir irgendwann sehen konnten, was da so zappelt. Wir konnten unseren Augen nicht trauen! Bine hatt schon nach 2 Minuten einen etwa 40cm grossen Fisch am Haken, der wahrscheinlich gerade so in unseren Eimer passen wuerde.
Bine hat sich volle Pulle gefreut! „Noch nie hab ich so einen grossen Fisch gefangen!“ Dann gingen wir nach Hause und schlachteten den schoen Fisch am Strand. Bereits beim Rausproekeln des Innenlebens stellte die Expertin fest, das nur wenig „Dreck“ in diesem Exemplar war und dass das Fleisch herrlich aussah. Letztlich entschieden wir uns den Burschen zu filetieren und haben ihn mit Limetten- und Zitronenscheiben garniert und auf einem Reisbett serviert! Ein schoenes Abendbrot! Am Ende stellten wir fest, dass der Brocken auch wirklich nur eine dicke Grete in der Mitte hatte. So wie diese Fischreste, die die Katze im Trickfilm in der Hand haelt, wenn sie den Fisch komplett abgelutscht hat.
Eine weitere kulinarische Koestlichkeit dieser Insel waren die Kokusnuesse und waehrend unsereer Woche auf Great Keppel Island wurde Bine zu einer richtigen Kokusnuss-Expertin. Alle fragten sie, worauf man achten muesse, woran man eine gute Nuss erkenne und bedankten sich fuer ihre Ratschlaege! Eigentlich wusste Bine bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht genau, worauf man zu achten hat, aber Greg (unser Boss), war so begeistert von ihrem Enthusiasmus, dass er sie unter seine Fitiche nahm und ihr ein paar Sachen erklaert hat. Sie meinte: „Ein toller Mann! Er erinnert mich ein bisschen an meinen Papa, weil er auch so viel weiss, so viel repariert und keinen Punnerkram machte, sondern Ahnung hat von dem was er tut.“
Am letzten Abend machten wir Knueppelteig und mit zwei Australiern ein Lagerfeuer am Strand, was uns beiden und auch den Aussis sehr gefiel. Spaeter kamen noch zwei Italiener dazu, die gar nicht genug von unserem Knueppelkuckenteig (Wasser, Mehl und Zucker) bekommen konnten.
Am Ende waren wir echt traurig, dass wir dieses Paradis wieder verlassen mussten. Auch Greg und Sharon waren traurig und haben uns zum Abschied sogar noch einen Kuchen gebacken. Die beiden haben uns beide sehr gelobt und uns gesagt das wir eine super Arbeit gemacht haben. Und als wir ihnen gesagt haben, dass dies der erste Ort auf unserer Reise ist, den wir nochmal besuchen wuerden (spaeter vieleicht sogar nochmal fuer einen Urlaub wiederkommen!!), waren sie sehr geruehrt! Tolle Menschen die beiden!
Nun sind wir wieder in Yeppoon und wir sehnen uns beide zurueck nach Keppel. Morgen werden wir aber auch Yeppoon verlassen und weiter fahren nach Mackay und Bowen um dort endlich mal bezahlte Arbeit zu bekommen. Wir hoffen, euch allen geht es gut und ihr seid wohl auf! Liebe Gruesse aus der Ferne!
Bine und Basti!
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