Montag, 25. Mai 2009

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von Caloundra nach Gladstone

Bevor wir hier wieder das Geschehene zum Besten geben, moechte ich noch einmal Bine fuer ihre liebe Geburtstagsueberraschung danken. Wunderkerzen, Muffins, Toblerone und ein ganz besonderes Bild schmueckten an diesem Morgen den Geschenketisch.

Waehrend der letzten Tage in Caloundra haben wir noch so manch schoene Fruehstuecksstelle entdeckt. Am besten war jedoch ein Ausssichtspunkt 30m ueber dem Mehr. Mit dem weiten Ozean vor uns und den neidischen Blicken der vorbeilaufenden Fussgaenger hinter uns schmeckt frisches Ruehrei doch gleich doppelt so gut. Ein Dank an all die Menschen die mir beigebracht haben, so ein leckeres Fruehstueck zu machen!
Hier in Australien sieht man fast in jeder Stadt, wie weissgekleidete, aeltere Menschen auf einem Rasenfeld Kugeln in eine Richtung rollen. Diesem Rausch, man nennt ihn Bowls, wollten wir auch verfallen. Man muss eine kleine weisse Kugel ungefaehr 20m entfernnt plazieren um dann mit seinen 4 grossen schwarzen Kugeln so dicht wie moeglich an die weisse heranzurollen. Von aelteren Bowls Freaks (sehr viel aelteren!!) wurden wir sogar gelobt, wie gut wir sind. Dabei haben wir nur rumgesponnen und uns die ganze Zeit ueber die Alten und diese langsame Sportart lustig gemacht (auf Deutsch natuerlich).

Wenn einer fragt, welche Menschen auf unserer Reise besonders in Erinnerug geblieben sind, dann kommt ganz weit vorne Stickerman, der unsure Idee von Turtles am Auto wahr werden liess. Die Entscheidung fuer die Turtles war der Schlusspunkt einer langen Debatte. Kangoroo, Gecko, Palmen oder Turtles? Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wer schon einmal auf einer Messe oder Ausstellung war, der weiss,wieviel sich da abstauben laesst. Aus diesem Grund und weil grad nichts weiter anstand, besuchten wir eine Caravan Expo. Lauter reiche Leute zeigen ihre rollenden Schloesser und wir konnten die Dinger mal von Innen betrachten, uns in deren Betten welzen und nebenbei an unzaehligen Gewinnspielen teilnehmen. Das Resultat des Tages war, dass unser Bully vollkommen super ist und einige dieser dicken Schiffe in Sachen Gemuetlichkeit um Laengen schlaegt. Unsere Kuehltruhe zwischen den Vordersitzen dient als Spielunterlage, Zeitschriftenablage und Esstisch und Treppe nach hinten! Wir haben unser grosses Bett, in dem wir wunderbar schlafen koennen mit Leuchtsternen am Himmel, die Bine so mag. Desweiteren haben wir eine Komode unterm Bett, wo unsere Klamotten drinn sind, eine grosse Kiste mit Vorrat, kleine Kisten mit restliuchen Kram und ganz hinten im Auto haben wir noch ein Regal, wo ein Loch drin ist mit Waschbecken. Wer brauch da noch ein Wohnmobil? Wir nicht!

Und dann war es endlich so weit. Caloundra lag hinter uns und nach einem kurzen Aufenthalt in Hervey Bay konnte unsere Fraser Island - Four Wheel Drive Tour beginnen. Fuer 3 Tage und 2 Naechte hatten wir uns einen Suzsuki Jimny gemietet mit dem wir die Insel erkunden wollten. Laut Lonely Planet ist Fraser Island mit keinem anderen Ort auf der Welt zu vergleichen. Es stimmt! Nur leider blieb die Sonne am ersten Tag komplett aus und schickte stattdessen unaufhoerlichen Regen (wiedermal so richtigen Regen - bam bam bam Regen) auf uns hinab. Als wir auf der Insel ankamen erkundigten wir uns erst einmal, wie das Fahren bei so starkem Regen ist und die Frau meinte: “Schwieriger als sonst, aber nach dem Regen wieder besser als ohne!!”. Naja, half das nun weiter? Warten brachte jedoch auch nichts! Also 4WD rein und ab!
Und was dann kam, war definitive das groesste Abendteuer das wir bis hier erlebt hatten. Es ging hoch und runter, durch Pfuetzen und kleine Fluesse, durch Matschspurrinnen und ueber Wurzeln Wurzeln Wurzeln. Basti fand alles total geil und meine ersten Gedanken waren nur: “Das Auto kriegen wir nie heil zurueck!”. Es regnete, wir fuhren durch den groessten Jungle, es ging auf und ab und wenns mal eben war, dann bildete das Regenwasser bereits kleine Teiche auf dem Weg! Und auf einmal war sie vor uns. Die Mutter aller Pfuetzen! Bine hat sich einen Stock geschnappt und ist erst einmal durchgelaufen, um zu sehen, womit wir es da zu tun hatten. Nachdem Bine bis zum Knie im Wasser stand kam mir die Idee, schnell einen Abfluss zu graben. Die Lache verschwand zwar nicht ganz aber immerhin konnten wir jetzt am Rand ganz nach 4WD-Manier durchbrettern.
Fuer die erste Nacht entschieden wir uns, nicht im gemieteten Zelt zu schlafen, sondern im Auto, da es einfach nicht aufhoeren wollte zu regnen. Wir machen es uns in unserem kleinem Jimny richtig gemuetlich, waerend all die anderen 12-Mann-4WD-Auto-Insassen ihre Zelte im stroehmenden Regen aufbauten! Muhahahahaha! Die Kehrseite war allerdings, dass man unsure Sitzlehnen nur nach vorne kippen, es sich also nicht in einer angenehmen Position gemuetlich machen konnte. Also haben wir die Vordersitze ganz nach vorn geschoben und uns aus Rucksaecken, Klamotten und dem ganzen anderen Zeug hinten mit den Ruecksitzen eine einigermassen ebene Flaeche gebaut. Wuerden wir sagen wir haetten gut geschlafen, wuerden wir luegen also sagen wir nichts dazu.

Die Gewissheit, dass es nur 2 Naechte sind und wir danach wieder in unserem geraeumigen Bully schlafen wuerden beruhigte uns sehr. Am Morgen nach der ersten Nacht fuehlten wir uns wie geraedert aber die Laune stieg rapide an, als wir sahen, wie die anderen armen Backpackerwuerstchen ihre Schlafsaecke vor unserem Auto auswrangen. Wir gingen duschen und trockneten uns mit unseren trockenen Handtuechern schoen ab! Herrlich!
Das Fahren direkt am Strand war einfach im Vergleich zum Inneren der Insel, da der Sand sehr hart war. Erstaunlich war auch, wie viele Autos uns am Beach entgegen kamen, als wir unsure Tour fortfuehrten, um den empfehlenswerten Aussichtspunkt “Indian Head” aufzusuchen. Dort waren natuerlich schon scharenweise andere Reisende, von denen uns die Erstbeste gleich auf deutsch ansprach: “Koennt ihr mal n Foto machen?” “No Problem!” Klick und fertig. Dafuer hat sie dann auch noch schnell ein Bild von uns gemacht, wie wir am hoechsten Punkt (links und rechts von uns gings bestimmt 20m steil runter) einmal kurz hochgehuepft sind (Gruss an Zimme und Bastis MamiJ).
Auf dem Rueckweg mussten wir mit unserer Karre wieder durch den Eli Creek, den groessten Fluss auf Fraser Island, der stuendlich 4 Millionen Liter Wasser ueber den Strand ins Meer pummpt! Auf Grund des Regens war dieser inzwischen jedoch etwas stareker als gewoehnlichin und auch der Absatz, den man einmal runter in den Creek und dann wieder rauf, zurueck auf den Strand, bewaeltigen musste, war deutlich hoeher als am Tag zuvor! Naja, durch mussten wir ja! Wir stiegen vorher beide aus und machten uns einen Plan wo wir am besten durchfahren konnten und ab gings.

Die 2. Nacht verbrachten wir in unserem Zelt am Beach neben Eddi Popperze, der uns beiden wegen seiner Kenntnisse ueber Dingos irgendwie ein Gefuehl von Sicherheit gab. Dingos sind Wildhunde, die sehr agressiv werden koennen, falls sie es gewohnt sind, gefuettert zu werden und dann nichts bekommen. Es gibt wohl Videoaufnahmen, die Zeigen, wie ein paar Dingos auf unbeaufsichtigte Kleinkinder losgehen! Warnschilder sagen: “Who is watching your kids? And who should?” , dann noch eine bunte Zeichnung drunter, wie die Dingos fies im Gebuesch sitzen und die Kinder beobachten und schon grauts auch uns! Aber wir hatten ja Eddi!
Als wir morgens aufwachten waren um unser Zelt ein Haufen Dingospuren aber wir gingen wir zum Strand und konnten die Sonne beim Aufgehen beobachten. Wie schenll das geht?! Fuer solche Augenblicke sollte man sich einfach Zeit nehemen! Wieder was gelernt!

Dann fuhren wir nach dem Fruehstueck zum Lake Birrabeen, von dem wir beide sehr fasziniert waren. Keine Menschseele war dort, der Sand war weiss wie Schnee, das Wasser klar wie Trinkwasser und der Himmel so blau wie er nur sein kann. Einfach wunderschoen. Doch der beruehmteste See ist und bleibt der Lake McKenzie, der genauso schoen war wie der Lake Birabeen, leider jedoch viel zu ueberfuellt. Als wir ankamen tummelten sich ungefaehr 250 Badegaeste an seinem Ufer. So wird der Lake Birrabeen immer unser geheimer Lake McKanzie bleiben. Wir dachten, wir sind im Paradies, und so war es auch.
Auf dem Weg duch die Waelder haben wir einige sehr dicke Baeume gesehen und ein Bild fuer Bines Papa gemacht, der einmal sehen soll wie dick die Baeume hier auf Fraser Island sind, was fuer schones Brennholz das geben und wie schenll der Haenger damit voll werden wuerde. Die Abholzung wurde hier uebrings 1991 abgeschafft (noch was gelernt).
Dann ging unsere Tour zurueck zur Kingfisher Bay, wo unsere Faehre auf uns wartete. Und obwohl die Sonne schien und es nicht mehr regnete, hatte auch der Rueckweg seine Tuecken. Aber nach 3 Tagen Four Wheel Drive, hatten wir so einiges drauf - yeehaa! Es gab epigenetic auch nur zwei bis drei Situationen wo es wirklich brenzlig wurde. Einmal, als ein Auto von vorne kam und Bine an die Seite fahren musste, standen wir sehr schraeg. Bine meinte hinterher, sie glaube, dass ihr Herz fuer kurze Zeit still gestanden haette, weil sie dachte wir kippen gegen das entgegenkommende Auto und ich dachte nicht anders.
Dank manch bremsenden Worten einer gewissen Dame und unser beider Fahrkuenste kamen wir beide und auch unsere Karre wieder heil in Hervey Bay an! Sehr gut, Bine konnte aufatmen. Am Abend liessen wir dann bei einem gemuetlichen Becks und Bundaberg alles Revue passieren.

Als wir damals in Brisbane waren, begegneten wir einem Mann, den wir irgendetwas fragten, ich weiss heute nicht mehr was,. Dieser fragte uns, ob wir eine Karte haetten, nahm sich einen Stift und machte ueberall Kreuze. Dort muesst ihr hin und dort und dort und so weiter. Aufgrund eines dieser Kreuze fuhren wir zu den Burrum Heads und hatten riesigen Spass auf den Sandbaenken. Erst machten wir Radschlaege, wobei sich wieder einmal abzeichnete wer von uns beiden Sport studiert hat und wer nicht. Weiter ging es mit Kopfstaenden, erst fiel Bine dann fiel Basti und am Ende standen wir beide wie eine Eins. Als wir zurueck zu unserem Auto gingen, sahen wir auf einmal ganz viele Krebs auf dem Boden und versuchten Bilder zu machen. Wenn sie sich doch nur nicht immer eingegraben haetten.
Nach diesem kurzen Abstecher wollten wir weiter nach Town of 1770, wo Captain James T. Kirk seinen Seefahrerfuss erstmals aufs Land gesetzt hat. Da das aber fast jede Gemeinde hier entlang der Kueste von sich behauptet gaben wir nichts darauf und weil es hier eh totaaaaaal longwearing war sind wir auch gleich weiter nach Gladstone.
Die deutsche Sprache versteht man hier nicht, denn in Gladstone haben wir ein Warnchild gesehen, bei dem wortwoertlich uebersetzt wurde und man versteht als Deutscher ueberhaupt nicht was die nun meinen. Irgendwas kriegen wir wohl geschenkt oder so???
Hier in Gladstone werden wir wohl ein paar Taage bleiben und dann wieter fahren nach Rockhampton um dann dort, wenn alles klappt, in einem Hotel zu arbeiten. Wir hoffen es geht euch allen gut und ihr seid wohl auf und das all die Maenner ihren Ehrentag auch gut ueberstanden haben.

Freitag, 1. Mai 2009