Samstag, 11. April 2009

von Sydney nach Brisbane

Endlich der erste Bericht vom anderen Ende der Welt.

In Sydney haben wir einiges gesehen, neben den ganzen Sehenswuerdigkeiten, die sowieso jeder von Postkarten und aus Buechern kennt, einen herrlich vollgemoelten Buchladen, der wahrscheinlich schon seit Generationen existiert. Leider haben wir von der Kassiererin (die wohl noch zur Gruendergeneration gehoert) kein Foto machen koennen. Sie hat in ihrer dunklen Ecke gesessen und sich nicht bewegt.
Inzwischen ist jedoch einiges passiert und wir sind bereits in Brisbane. Auf dem Weg hierher mussten wir einige Gefahren ueberstehen. Der Pacific Highway von Sydney fuehrte uns zu erst nach Coffs Harbour, wo es in Stroehmen regnete. Und der Regen hier ist nicht wie der Regen in Deutschland! Hier kommt das Wasser von einer auf die naechste Sekunde und zwar mit voller Wucht! Wie ein Hagel aus Kirschkernen sausen die schweren Tropfen manchmal stundenlang auf das Dach unserer guten alten Lady. Ach ja, das ist uebrigens unser Auto/Schlafplatz/Wohnzimmer das wir guenstig in Sydney geschossen haben. Fuer alle Autofreaks unter euch: VW T2 Bj. 1984, ausgetauschter Motor mit Originalersatzteilen, km-Stand dieses Motors beim Kauf 5000. Wieviel die restliche Karre auf dem Puckel hat wissen wir zum Glueck nicht. Vielleicht ist das auch besser so.
Aber zurueck zum Regen: Weil in Coffs Harbour so ein mieses Wetter war, brachen wir schon nach einem Tag Richtung Byron Bay auf. Dort angekommen lasen wir in der Zeitung, dass der Pacific Highway um Coffs Harbour gesperrt wurde, weil die Stadt 1m unter Wasser steht :)
In Byron Bay schien jedenfalls die herrlichste Abendsonne und dank des hochgepriesenen TideAssThuesday konnte Basti zwei large size Pizzen (fuer den laecherlichen Preis von umgerechnet 5 Euro) am Strand geniesen, waehrend wir den herrlichen Sonnenuntergang in der Bucht Byrons miterleben konnten.
Wir holten uns in den folgenden Tagen beide einen schoenen Sonnenbrand, auch an Stellen, an den man schon lange keinen mehr hatte (Waden- und Fusssonnenbrand inklusive) und konnten bei blauen Himmel den oestlichsten Festlandaussichtspunkt Australiens besteigen und geniessen :) Leider kommen die Wale, die die perfekte Aussicht von da oben abgerundet haetten, erst im Juli an diesem schoenen Stueckchen Erde vorbei. Wale stehen also weiterhin ganz oben auf unser “To Do”-Liste. Die Abende liessen wir dann gemuetlich in den oertlichen Lokalitaeten ausklingen.
Doch dann bedrohte uns ploetzlich eine neue Gefahr. Mitten in der Nacht (es wuerd so gegen 5 gewesen sein) haemmert irgendetwas/irgendjemand mit aller Kraft gegen unsere getoenten Scheiben, sodass wir beide total desorientiert und aufgeschreckt senkrecht im Bett standen. Jemand strahlte uns mit seiner Hallogentaschenlampe durch das Moskitonetz direkt ins Gesicht und gab uns 30 Sekunden um von dort zu verschwinden. Ich wusste immer noch nicht, ob das ein Traum oder Wirklichkeit war, da rief es schon wieder und diesmal mit noch lauterer Stimme. “Camping is not allowed!” oh Mann! Wir beide sind dann also, irgendetwas stammelnd, nach vorn auf die Sitze gehastet, Motor an (die Scheiben waren noch total beschlagen und die Sicht war gleich null!) und ab gings! Wohin wusste in dem Augenblick keiner, aber der Bulle war ruhig und wir erstmal in Bewegung. Nach fuenf Minuten Orientierungszeit, war uns beiden dann erstmal bewusst, dass wir nicht mehr traeumten sondern tatsaechlich auf einer Hauptstrasse irgendwohinfuhren. Ein paar Ecken weiter, als wir darueber schon wieder lachen konnten und uns freuten dass wir nicht 110 Dollar Strafe zahlen mussten, hielten wir an legten uns schoen wieder hinten aufs Bett. In diesem Augenblick hielt neben uns ein weisser Pickup Truck mit der wohlvertrauten Aufschrift “Police” und unser Kumpel von vor 10 Minuten wies uns erneut und darum noch deutlicher daraufhin, dass wildes Camping in der GESAMTEN Stadt nicht erlaubt sei.
Ihn interessierte nicht unser Blutalkoholwert (wir waren schliesslich bis 1 Uhr im “Cheeky Monkey” ,ne echt geile, weil billige, Backpackerbar), er wollte kein Fuehrerschein sehen oder ob wir ueberhaupt einen haben und dass nachts alles moegliche ueber die Strassen in die fahrenden Autos rennt, war ihm auch egal! Hauptsache wir campen nicht in der Stadt und verschwinden jetzt!
Haben dann etwas ausserhalb gehalten und dort noch zwei Stunden gepennt.
Danach besuchten wir Surfers Paradiese (eine Stadt an der Gold Cost, kurz vor der Staatsgrenze zwischen New South Wales und Queensland) wo wir beim Bummel in der Inndenstadt an einem besonderem Fotoladen vorbei kamen, das Resultat koennt ihr auf einem, der folgenden Bilder betrachten.
Im Moment suchen wir grad einen Job, um mal zu sehen wie das so ist, wenn man hier arbeitet und um etwas Geld fuer unseren Flug uebers Great Barrier Reef zusammen zu kriegen. Gannz oben auf der Liste stehen IKEA und Woolworth.
Wir hoffen euch allen gehts gut und wuenschen euch nun schoene Ostertage und einen fleissigen Osterhasen. Weiterhin schlagen wir uns tapfer durch und bald gibts wieder einen neuen Bericht.

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