Donnerstag, 29. Oktober 2009




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Der Savanna Way von Cairns nach Darwin

Mit einem weinenden Auge haben wir Cairns verlassen und sind gespannt auf das, was uns erwarten wird. Der erste Abschnitte des langen Weges fuehrte uns durch die Atherton Tabelands, wo wir uns viele schoene Wasserfaelle angeschaut, einen riesengrossen “Fig Tree” , der 500 Jahre alt ist gesehen haben und waren in den heissen Quellen von Innot Springs baden. Das heisseste Becken hatte eine Wassertemperatur von 45 Grad Celsius, worin man nur hoechstens 10 Minuten baden sollte, um nicht zu Suppe zu werden!
Danach gings auf dem Savanna Way weiter in Richtung Normanton. Die Strasse war einspurig, links und rechts davon nur rote Erde und trockenes Gras, ueberall waren Rinder und wir hatten das Gefuehl, die Sonne stuende den ganzen Tag erbarmungslos im Zenit. Man beachte den Schattewurf des Strassenpfeilers. Ich wuerde sagen, dass das Schlimmste an dieser Gegend die durchgehende Strasse bis zum Horizont war. Und das nicht nur bis zum ersten Horizont, sondern wenn man da ankommt, dann nochmal und nochmal und nochmal und so weiter. 2700km Outback-nichts! Total ausgetrocknete Fluesse, kaputte Reifen und tote Tiere (meistens Kangoroos oder Kuehe!!!) teilen sich die Schau entlang der Strasse. Und falls jetzt jemand ins Gruebeln geraet, welches Fahrzeug wohl in der Lage ist, eine ausgewachsene Kuh umzufahren, ohne irgendwelche Spuren (ausser der Kuh) zu hinterlassen, heisst die Antwort Roadtrain (Strassen-Zug). Die ueberdiemensionalen LKW`s haben uns sehr beeindruckt, da sie im Durchschnitt 3-4 Anhaenger haben und somit bis zu 53,5 Meter lang sein koennen. Die Gewichtsbegrenzzung liegt laut Wikipedia bei 132 Tonnen (ohne Zugmaschiene) und abhaengig vom jeweiligen Staat,duerfen die Roadtrains 90 oder 100km/h fahren. Gigantisch - denken wir und wollen auf keinen Fall in der Kuhhaut stecken, wenn 140 Tonnen mit 100km/h die Viecher von der Strasse fegen! Bei Tage sind diese Dinger ganz interessant und schoen zu begucken, aber nachts moechte man ihnen nicht begegnen!
In Normantown angekommen, haben wir nur schnell aufgetankt und fuhren weiter - immer mit den Gedanken, wie koennen die Menschen dort nur leben, im NICHTS?! Unser naechtes Ziel war Mt. Isa. An dem Ausblick ueber diese Stadt erkennt man nicht schwer, das es dort rein gar nichts gibt! Und das ist auch das, was wir da wollten - gar nichts! Einzig interessant war ein Wegweiser mit Richtungs- und Entfernungsangaben, wonach Frankfurt nur 14213 Kilometer entfernt von uns war, was nicht so weit scheint, wenn man bedenkt das wir mit unserer alten Lady mittlerweile 15000 Kilometer (seit Sydney) zurueck gelegt haben.
Da der gelbe Blitz, wie bereits des Oefteren benannt, seine Staerke in den Langstrecken hat, versuchten wir soviel Kilometer wie nur moeglich (was in unserem Fall 650-750 km bedeutet) am Tag zu schaffen. Wenn man die Bilder von der Strasse sieht, die wir etwa 100km voneinander entfernt gemacht haben (obwohl sie wirken, als waeren sie in Sekundenabstand entstanden) bekommt man einen Eindruck wie endlos lang und abwechslungsreich (ironisch) dieses Outback, aber auch wie verdammt gross Australien ist. Manchmal und wirklich nicht selten, ging einfach rechts oder links eine rote Sandstrasse vom Highway ab, auf einem Schild stand der Name einer Orttschaft und dahinter “noch 136 km”. Man kann sich einfach nicht vorstellen wie die Menschen dort leben, in was fuer einer Einoede, und vor Allem wie sie versorgt werden.
Als wir dann irgendwann das Northern Territory mit der Hoffnung erreichten, dass sich uns nun vieleicht eine etwas abwechslungsreichere Landschaft bietet, wurden wir eines Besseren belehrt. Die Strasse und die Landschaft links und rechts behielt ihre erbarmungslose Monotonie bei.
Dann waren wir auch schon im Kakadu National Park, dem groessten in ganz Australien. Nachdem wir uns 36km ueber eine unbefestigte Huckelstrasse bis hin zum Gulom Wasserfall gequaelt hatten und unterwegs die Auswirkungen einiger Buschfeuer best aunen konnten (die da nur ein paar Tage vorher durchgerauscht sind), machte sich die Muehe am Ende bezahlt. Am Ende eines steilen Weges, der bis zur Spitze des Wasserfalls fuehrte, bot sich uns ein herrlicher Pool mit Ausblick ueber den halbausgebrannten Parkbereich zu unseren Fuessen. Dort haben wir gebadet und sind gesprungen, waren dort ganz alleine, hatten dieses Paradies fuer uns und mussten es mit niemanden teilen.
Danach sind wir zu den Steilklippen von Noulangie gefahren und dort, mit einem Fliegenschutz bewaffnet, bis zur Spitze gelaufen. Die Fliegen hier sind echt unertraeglich und standing in unserem Gesicht.
Und dann endlich waren wir in Dawin, haben die Stadt abgescheckt, unser Auto nach all dem Staub der vergangenen Tage gewaschen und uns einen Schlafplatz fuer die erste Nacht gesucht.
Anders als in Queensland, darf man hier nirgends wild campen. Wir haben dann aber eine ruhige Stelle gefunden, wurden aber mitten in der Nacht geweckt, als eine Horde Aboriginie-Kinder aus einem vorbeifahrenden Auto kleine Steine an den gelben Blitz geschmissen haben! Am naechsten Morgen stellten wir dann die Kratzer fest, haben die Stelle gereinigt und mit gelber Rostschutzfarbe ueberstrichen. Dummer Kinder!!
Um auch ein bisschen Kultur aufzusaugen, besuchten wir das ehemalige Fannie Bay Gaol Prison (Gefaengnis) und waren in der Art Gallery of Northern Territory. Ehrlich gesagt ging es hier nicht wirklich um Kultur, sondern vielmehr darum, die heissen Stunden des Tages (8am-5pm) in einem klimatisierten Raum zu verbringen! Aber die Art Gallery war gut. Hier wird einem genau vor Augen gehalten, was der Zyklon Tracy einst mit Darwin angerichtet hat. Am Weihnachtsabend 1974 zerstoerte dieser Wirbelsturm fast 70 % der gesamten Stadt und man kann originale Tonaufzeichnungen und Filme bestaunen, um sich ein Bild vom Ausmass der Zerstoerung zu machen. Viel ingteressanter fuer uns war dann aber doch die Kinderabteilung, die, wie sich sehr schnell herrausstellte auch fuer aeltere Kinder geeignet war.
Bevor wir Darwin verlassen werden wollen wir noch in ein Aquarium gehen, in dem die Tiere und das Wasser sich selbst ueberlassen sind. Keine Fuetterung, keine Sauerstoffpumpen!
Dann gehts weiter nach Broome und Exmouth, von wo aus wir die Westkueste in Angriff nehmen werden.

Bis dahin die liebsten Gruesse und lasst es euch an nichts mangeln!

Basti und Bine